Ihr Anwalt in Braunschweig bei Scheidung, Unterhalt und Sorgerecht

Trennung

 

Alle kennen sie – die berühmten Sätze bei der Eheschließung:


„Bis dass der Tod uns scheidet“ und „in guten wie in schlechten  Zeiten“. 


Bei aller Romantik - die Realität sieht statistisch gesehen leider anders aus. Tatsächlich werden fast 50 % der Ehen nicht durch den Tod von einem der Ehepartner beendet, sondern früher - durch die Scheidung. Doch die Scheidung ist erst der zweite Schritt, denn bevor man sich scheiden lassen kann, muss man sich zunächst überhaupt getrennt haben.


Nach meiner Erfahrung ist gerade diese Phase für das spätere Miteinander entscheidend, denn sehr häufig kochen bei den Noch-Ehepartnern gerade jetzt die Emotionen hoch. Mitunter teilt man sich sogar noch die eheliche Wohnung, vielleicht sogar das Schlafzimmer. Irgendwann fällt wenigstens bei einem der Eheleute die endgültige Entscheidung – fortan will man getrennte Wege gehen. Wenn es dann nur noch „schlechte Zeiten“ gibt, wird manchmal sogar gemeinsam diese Entscheidung getroffen.


Diese Phase ist schwer, denn häufig ist bereits Misstrauen im Spiel – leider oft berechtigt. Ein altes Sprichwort sagt: „Liebe ist wichtiger als Geld – vor der Trennung, nach der Trennung umgekehrt“.


Gerade bevor man sich entscheidet, die eheliche Wohnung zu verlassen oder man vermutet, dass der Noch-Ehepartner womöglich schon bald seine Koffer packen könnte, gibt es ein paar „Sicherungsmaßnahmen“ die unbedingt durchgeführt werden sollten, damit in dem Chaos der Trennung keine wichtigen Unterlagen „verschwinden“. 


Die folgende Aufzählung können Sie auch als allgemeine Checkliste verwenden, die jedoch für Sie individuell erweitert werden sollte: 


Gemeinsame Unterlagen:

 

  • Fertigen Sie Kopien von allen wichtigen Unterlagen an! Hierzu zählen insbesondere Ihre Unterlagen der gemeinsamen Immobilien, wie Kaufverträge, Kreditverträge, Grundbuchauszüge, Grundsteuerbescheide etc.
  • Unterlagen über Vermögensbildung, wie Jahresabrechnungen von Wertpapierdepots, Sparplänen, Lebensversicherungen, private Altersvorsorgen, Gehaltsabrechnungen und Kontoauszüge.
  • Unterlagen über Zahlungsverpflichtungen, wie Mietverträge, Nebenkosten, Versicherungen, Kredite etc.
  • Fertigen Sie Kopien des Stammbuches, der Heiratsurkunde und den Geburtsurkunden der Kinder sowie von den Ausweisdokumenten und steuerlichen Unterlagen an.


Vorsorge für den Todesfall:

 

  • Bis zur rechtskräftigen Scheidung gelten Sie im Todesfall als verheiratet. Ändern Sie falls nötig Ihr Testament oder lassen dies für ungültig erklären.
  • Sollten Sie eine Lebensversicherung haben, sollten Sie den Bezugsberechtigten ändern lassen.


Bankgeschäfte:

 

  • Üblich ist heutzutage ein Konto, bei dem jeder auch ohne Zustimmung des anderen Ehegatten allein verfügen kann. Klären Sie unverzüglich bei der Bank / den Banken wie dort die Bestimmungen für Ihr Konto sind. Widerrufen Sie unbedingt etwaige Vollmachten sehr kurzfristig und ändern Sie insbesondere im Online-Banking Passwörter und sperren Sie TAN-Listen bzw. lassen TAN-Generatoren ungültig machen. 
  • Sie benötigen unbedingt ein eigenes Konto, auf welches der Noch-Partner keinen Zugriff hat. Eröffnen Sie notfalls ein neues Konto, auf welches Sie Ihre Zahlungseingänge zukünftig buchen lassen. Informieren Sie insbesondere z.B. Ihren Arbeitgeber oder die Familienkasse über die neue Bankverbindung.


Schulden / Kredite:

 

  • Klären Sie mit Ihrem Partner wie gemeinsame Verbindlichkeiten in der Zukunft beglichen werden sollen. Da Sie sehr wahrscheinlich auch nach der Trennung in der gemeinsamen Haftung gegenüber den Gläubigern bleiben, sollten Sie Ihre Absprache schriftlich fixieren und mit einer Unterschrift versehen lassen.


Hausrat:

 

  • Klären Sie bereits vor dem Auszug, wer welche Hausratsgegenstände mitnimmt bzw. behalten soll. Halten Sie diese Absprachen in einem Protokoll fest und lassen Sie dies ebenfalls unterschreiben. Dies beugt späteren Missverständnissen vor.


Lesen Sie zu diesem Thema auch mein Merkblatt zu der Trennung. Dort erfahren Sie mehr darüber, was sie im rechtlichen Sinne nun für Sie bedeutet.


Lassen Sie sich in dieser Phase im Idealfall rechtlich beraten und begleiten. Nur so können Sie schwerwiegende Fehler vermeiden. In diesen Fällen biete ich Ihnen sehr kurzfristig Beratungstermine an, da ich weiß, wie wichtig es nun für Sie ist, Ihren kompetenten Familienanwalt an Ihrer Seite zu haben. 

Mietwohnung bei einer Trennung
Merkblatt Mietwohnung.pdf
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Trennung
Merkblatt Trennung.pdf
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elterliche Sorge bei einer Trennung
Merkblatt elterliche Sorge.pdf
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Scheidung

 

 

Wenn Sie sich bereits getrennt haben, ist die Scheidung der nächste Schritt, die Ehe endgültig zu beenden. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie seit wenigstens einem Jahr getrennt leben und beide Ehepartner der Scheidung zustimmen. Hierneben gibt es die Möglichkeit, bei besonderen unzumutbaren Härtefällen, die Scheidung auch ohne diese „Wartezeit“ durchzuführen. Die Regel ist jedoch, dass die Eheleute diese Zeit abwarten müssen. Zugleich soll wenigstens dieses Jahr Klarheit darüber schaffen, ob die Ehe tatsächlich endgültig gescheitert ist.


Viele übersehen, dass neben der reinen Scheidung auch noch die Scheidungsfolgesachen zu klären sind:

 

  • Durchführung des Versorgungsausgleiches 
  • Klärung von Unterhaltsansprüchen (Kindesunterhalt, Trennungsunterhalt und ggfs., nachehelicher Unterhalt)
  • Aufteilung bzw. Zuweisung der Ehewohnung und des Hausrates
  • Güterrechtssachen
  • Sorgerechtsfragen, Klärung des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Kinder, Umgang mit den Elternteilen, etc.


Diese Fragen nennt man im Zusammenhang mit der Scheidung auch den Scheidungsverbund. Das Familiengericht soll hierüber in einem Zug verhandeln und nach Möglichkeit gemeinsam entscheiden. Voraussetzung ist jedoch, dass eine der Parteien dies beantragt. Das Familiengericht entscheidet ansonsten nur über die Scheidung und den Versorgungsausgleich.


Die Erfahrung zeigt, dass gerade in diesen Folgesachen der eigentliche Konflikt der Eheleute liegt. Deshalb sollten Sie sich insbesondere hierzu rechtlich beraten lassen. Nachdem wir in einer ersten Beratung über die Fallstricke einer Trennung gesprochen haben, schließt die Beratung über die Folgesachen an. Für weitere Fragen zu diesen Themen vereinbaren Sie sehr gern einen Beratungstermin in der Kanzlei.

Unterhalt

 

 

Direkt bei einer Trennung stellt sich häufig die Frage, wie es finanziell weitergehen soll – für beide Partner. Meistens bleiben die Kinder bei einem der Noch-Eheleute, einer hat vielleicht während der Ehe für die Familie die Arbeitszeiten reduziert, vielleicht war einer während dieser Zeit gar nicht erwerbstätig. Wer soll künftig die Lebenskosten der Kinder bezahlen?


Zunächst muss man bei einer Trennung unterscheiden:


Während der Ehe besteht ein Anspruch auf Familienunterhalt – dieser wird in Geld oder z.B. durch Führung des Haushalts und Pflege sowie Erziehung der Kinder geleistet. Ab dem Zeitpunkt der Trennung, kann bis zur rechtskräftigen Scheidung ein Anspruch auf Trennungsunterhalt bestehen. Eltern schulden ihren Kindern Kindesunterhalt – auch dieser wird in Geld gezahlt oder, soweit die Kinder ihren Lebensmittelpunkt bei nur noch einem Elternteil haben, durch Pflege und Erziehung. Nach der Scheidung besteht eventuell ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt.


Die Sorge über die künftige Existenz ist schwer auszuhalten – aus diesem Grund berate ich Sie sehr gern so frühzeitig wie möglich zu Ihren Unterhaltsansprüchen.


Die Themen rund um den Unterhalt sind häufig sehr komplex. Viele kennen die sogenannte Düsseldorfer Tabelle. Hierzu gibt es jedoch zahlreiche Auslegungsrichtlinien, die kaum zu verstehen sind. Was ist das unterhaltsrelevante Einkommen? Was passiert mit Schulden? Wie verhält es sich mit meinen bisherigen Aufwendungen für die Altersvorsorge? Was ist der Wohnwert bei dem vorhandenen Eigenheim und wofür ist der wichtig? Wieso erhöht mein Dienstwagen mögliche Unterhaltsansprüche?


Bei der Berechnung von Unterhalt sind vielfältige Einflussgrößen zu berücksichtigen, diese ändern sich in den verschiedenen Phasen einer Trennung und Scheidung. Deshalb sollte im Idealfall jeder Unterhaltsanspruch von einem kompetenten Familienanwalt berechnet oder eben auch nachgerechnet werden. 


Schulde ich meinem erwachsenen Kind weiterhin Unterhalt und wer zahlt die Kosten der Ausbildung bzw. des Studiums? Häufig stellt sich jedoch auch die Frage, wer sich wie an den Pflegekosten der Eltern beteiligen muss. Was passiert mit meinem Eigenheim, ist dies in Gefahr, wenn meine Eltern pflegebedürftig werden?


Auch dies sind Fragen, die am besten mit Ihrem kompetenten Familienanwalt besprochen werden. Dafür stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Merkblatt Trennungsunterhalt.pdf
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Vermögensauseinandersetzung

 

 

In der Ehe erfüllen sich viele Familien den Traum eines Eigenheims. Man hat das Ziel, gemeinsam Vermögen aufzubauen und eine Altersvorsorge zu schaffen. Oftmals gehören hierzu Immobilien, die durch Banken und Bausparkassen finanziert werden. Diese Verpflichtungen werden gemeinsam eingegangen – aber was passiert im Falle einer Trennung mit diesen Werten?


Gegenüber den Gläubigern gilt klar der Grundsatz, dass Sie für gemeinsame Schulden auch gemeinsam haften. Trotz dessen zieht in der Regel ein Partner aus. Dieser soll nun seine neue Miete zahlen und zugleich für den Immobilienkredit haften, während der Noch-Ehepartner weiter mietfrei in der Immobilie verbleibt.


Ziel muss es nun sein, dass der Partner hier so schnell wie möglich aus der Haftung gegenüber den Gläubigern entlassen wird. Dies geschieht jedoch nur, wenn die Kreditgeber den anderen Partner als alleinigen Kreditnehmer akzeptieren. Dies ist in dieser Phase schwer, da nun häufig auch nicht mehr das vorherige Einkommen zur Verfügung steht und oftmals Unterhaltsverpflichtungen hinzugekommen sind.


Doch was passiert in einer solchen Situation mit bereits abgezahlten Werten? Was ist mit der erbrachten Eigenleistung? Wie verhält es sich mit der Wertsteigerung? 


Häufig stellt sich die Frage, ob die Familienimmobilie nicht besser verkauft oder wenigstens teilweise vermietet werden soll. Soweit die Noch-Eheleute keine Einigung erzielen können, bleibt manchmal nur noch die Teilungsversteigerung.


Der Umgang mit dem gemeinsam angeschafften Vermögen ist komplex – insbesondere, wenn Immobilien gekauft oder geerbt wurden – in Ihrem finanziellen Interesse sollten Sie sich bei diesen Fragen von Ihrem Familienanwalt beraten lassen. Ich berate und betreue Sie gern bei allen Fragen Ihrer Vermögensaufteilung und nehme mit Ihnen gemeinsam vor Ort nötige Termine wahr.

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